Welcher Broker für Optionshandel? Was ich nach zehn Jahren wirklich empfehle
Welcher Broker für Optionshandel? Was ich nach zehn Jahren wirklich empfehle
Offenlegung vorneweg: Einige der Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn du dich über meinen Link anmeldest, bekomme ich vom Broker eine Provision. Für dich ändert sich nichts, du zahlst keinen Cent mehr. Ich empfehle hier ausschließlich Broker, die ich selbst nutze oder in denen ich monatelang echtes Geld bewegt habe.
Als ich 2014 angefangen habe, gab es „Optionen“ bei meiner Hausbank schlicht nicht. Ich hatte dort ein Depot, weil meine Eltern und mein Opa auch eins hatten, mehr Überlegung steckte nicht dahinter. Als ich dann irgendwann einen Put auf eine US-Aktie verkaufen wollte, wusste der Mitarbeiter am Telefon gar nicht, wovon ich spreche. Nach zwanzig Minuten Gespräch war klar: Das, was ich wollte, ging bei denen einfach nicht.
Ich habe danach drei Broker durchprobiert, bis ich bei dem gelandet bin, den ich heute nutze. Drei Broker, drei Anträge, drei Depotüberträge, drei Mal neues Steuer-Chaos. Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe: Die Broker-Wahl ist eine der wenigen Entscheidungen beim Investieren, die du einmal triffst und dann jahrelang lebst. Ein schlechter Broker kostet dich über zehn Jahre mehr Geld als die meisten Fehltrades, die du machen wirst.
Deshalb dieser Artikel. Kein neutraler Broker-Test mit Punkten und Sternchen, sondern das, was ich jemandem sagen würde, der mich fragt: „Stefan, wo handelst du eigentlich?“
Warum die meisten Broker für Optionen nicht infrage kommen
Die Frage, die mich am häufigsten erreicht, ist: „Kann ich Stillhaltergeschäfte bei Trade Republic machen?“
Die Antwort ist nein.
Trade Republic, Scalable, Neobroker generell sind für ETF-Sparpläne und Einzelaktien hervorragend. Günstig, gute App, sauber gemacht. Aber sie bieten keine echten Optionen an. Was dort unter „Optionen“ oder „Hebelprodukten“ läuft, sind Optionsscheine oder Zertifikate, also Bankprodukte, die eine Option imitieren. Du handelst gegen die Bank, nicht gegen den Markt. Und vor allem lassen sich diese Produkte nur kaufen, nicht verkaufen. Damit ist Stillhalten bei Neobrokern grundsätzlich ausgeschlossen.
Damit fallen alle Neobroker raus. Die klassischen Banken wie ING, DKB oder Comdirect bieten zwar echte Eurex-Optionen, aber zu Konditionen, die sich kein ernsthafter Stillhalter mehr leisten sollte. Eine Comdirect nimmt pro Options-Trade schnell 15 bis 20 Euro, wo ein Spezial-Broker 2 Euro berechnet. Über ein Jahr mit moderater Aktivität ergibt das Differenzen im vierstelligen Bereich.
Wenn du also wirklich Stillhaltergeschäfte machen willst, reduziert sich die Auswahl auf drei realistische Kandidaten: LYNX, CapTrader und Interactive Brokers direkt.
Warum ich bei LYNX gelandet bin
Ich nutze heute LYNX. Nicht weil die mich besonders umworben haben, sondern weil die Kombination aus Funktionsumfang, deutscher Steuerbescheinigung und Support für mich am besten passt.
Der Zugang läuft technisch über Interactive Brokers, also dieselbe Infrastruktur, die Profis weltweit verwenden. Gleiche Börsen, gleiche Liquidität, gleiche Ausführung. LYNX ist der deutschsprachige Layer darüber: deutscher Support, deutsche Steuerbescheinigung am Jahresende, deutschsprachige Plattform.
Die Gebühren sind nicht die niedrigsten am Markt, das bleibt IBKR direkt, aber sie sind deutlich unter dem, was deutsche Banken verlangen. Ein Standard-Options-Trade kostet ab etwa 2 Euro. Bei zehn Trades im Monat landest du bei 20 bis 25 Euro. Das ist Größenordnung Fitness-Studio, nicht schmerzhaft.
Der Support ist tatsächlich erreichbar. Ich habe LYNX in den Jahren, die ich dort bin, drei Mal angerufen, jedes Mal in unter fünf Minuten einen deutschen Sachbearbeiter gehabt, der wusste, wovon er redet. Das ist im deutschen Finanzmarkt nicht selbstverständlich.
Was weniger gut ist: Die Plattform ist die Trader Workstation von IBKR. Mächtig, aber optisch wirkt sie wie aus 2010. Du brauchst ein paar Stunden, um dich einzufinden. Für Options-Trading ist sie dann aber jedes Tool wert, weil Optionsketten, Wahrscheinlichkeiten und Was-wäre-wenn-Szenarien alle direkt integriert sind.
Für deutsche Privatanleger, die Stillhaltergeschäfte ernsthaft angehen wollen, ist LYNX aus meiner Sicht die beste Balance aus Kosten, Funktionen und Steuer-Komfort. Deshalb steht er in diesem Artikel vorne.
Zum LYNX-Depot (Affiliate-Link, siehe Offenlegung oben)
Die Alternativen und wann sie sinnvoll sind
CapTrader ist vom Prinzip her dasselbe wie LYNX: ein deutscher Reseller, der dir IBKR-Zugang verschafft. Gleiche Infrastruktur, gleiche Börsen, deutscher Support, deutsche Steuerbescheinigung. Die Gebühren sind stellenweise etwas niedriger als bei LYNX, dafür wirkt der Auftritt der Seite etwas altbackener. Wenn ich heute bei Null anfangen würde, würde ich zwischen LYNX und CapTrader nach persönlichem Feeling entscheiden. Beide sind solide. Ich habe ein paar Teilnehmer aus dem Kurs in beiden gesehen, niemand hat die Wahl bereut.
Interactive Brokers direkt kann eine Option sein, wenn du mehr als 30 bis 50 Options-Trades pro Monat machst und dich steuerlich selbst zurechtfindest (oder einen Steuerberater hast, der Kapitalmärkte kennt). Du sparst pro Trade etwa 1 bis 2 Euro gegenüber den Resellern, was sich bei hohem Volumen summiert. Der Haken ist, dass IBKR keine deutsche Steuerbescheinigung liefert. Du bekommst einen ausführlichen Jahresreport auf Englisch und musst selbst sehen, wie die Zahlen in deine Anlage KAP kommen. Wer das einmal gemacht hat, versteht, warum die meisten bei LYNX oder CapTrader bleiben. Für jemanden, der einsteigt und vielleicht fünf bis fünfzehn Trades im Monat macht, lohnt sich der Aufwand nicht.
Tastytrade ist die Option für jemanden, der Optionen wirklich zu seinem Hauptthema macht und dem Englisch kein Hindernis ist. Die Plattform ist speziell für Options-Strategien gebaut, mit Probability-of-Profit-Anzeige, automatischem Rolling und allem, was dazu gehört. Die Gebühren sind die niedrigsten überhaupt: 1 Dollar zum Öffnen, nichts zum Schließen. Der Nachteil: US-Broker, kein deutscher Support, keine deutsche Steuerbescheinigung, W-8BEN-Formulare für die Quellensteuer. Für die meisten deutschen Einsteiger ist das zu viel Reibung. Ich erwähne Tastytrade vor allem der Vollständigkeit halber. Wer den Optionshandel professionell betreibt, kennt die Plattform. Im ersten Jahr brauchst du sie nicht.
Die direkten Kosten im Vergleich
Weil Zahlen präziser sind als Adjektive, hier die Gebührenlandschaft bei einem typischen Options-Trade. Ein Kontrakt auf eine US-Aktie, Richtwerte Stand 2026:
| Broker | Kosten pro Options-Kontrakt (ca.) | Deutsche Steuerbescheinigung |
|---|---|---|
| Interactive Brokers direkt | 0,65 $ | nein |
| Tastytrade | 1,00 $ beim Öffnen, 0 $ beim Schließen | nein |
| LYNX | ab 2,00 € | ja |
| CapTrader | ab 2,00 € | ja |
| Comdirect (Eurex) | 12 bis 18 € | ja |
| ING (Eurex) | ca. 20 € | ja |
| Trade Republic | bietet keine echten Optionen | , |
Das sind die Zahlen, die im Alltag zählen. Ob eine App hübsch aussieht, entscheidet sich an anderer Stelle.
Worauf es bei der Broker-Wahl sonst noch ankommt
Ein paar Punkte, die in Vergleichs-Artikeln gerne untergehen, im Alltag aber wirklich zählen:
Margin-Modell. Für Cash-Secured Puts brauchst du keinen komplexen Margin-Account. Wenn du irgendwann Spreads handeln willst, also zwei Optionen kombiniert, benötigst du einen Broker, der Portfolio-Margin oder zumindest Reg-T-Margin sauber anbietet. LYNX, CapTrader und IBKR können das alle. Deutsche Banken oft nicht oder nur eingeschränkt.
Optionsberechtigung. Optionen gelten rechtlich als besonders risikoreiches Produkt. Bei der Kontoeröffnung wirst du gefragt, welche Optionsstrategien du handeln willst. Je nach angegebener Erfahrung bekommst du Level 1, 2, 3 oder 4. Für Stillhaltergeschäfte reicht in der Regel Level 2 oder 3. Wer keine Erfahrung angibt, bekommt nur Level 1 und kann dann nur kaufen, nicht verkaufen. Mein Tipp: Ehrlich antworten, aber im Zweifel jede reale Erfahrung erwähnen.
Auszahlung. Wie schnell und wie teuer kommst du an dein Geld? Bei deutschen Resellern läuft die Überweisung in ein bis zwei Bankarbeitstagen und kostet nichts. Bei US-Brokern fallen teilweise Gebühren für Auslandsüberweisungen an, und es dauert länger.
Ausfallsicherung. Was passiert, wenn der Broker insolvent wird? In der EU gilt die Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Wertpapiere sind rechtlich vom Broker-Vermögen getrennt und gehen dir im Insolvenzfall nicht verloren. Bei großen, regulierten Brokern wie IBKR (und damit LYNX, CapTrader) ist das Risiko sehr gering, aber „gering“ ist nicht „null“.
Die drei Broker-Wechsel, die ich selbst gemacht habe
Ich habe in zehn Jahren drei Mal den Broker gewechselt. Zwei davon waren sinnvoll, einer war ein Fehler.
Sinnvoll war der erste Wechsel weg von der Hausbank. Den hätte ich eigentlich ein Jahr früher machen sollen, dann hätte ich mehrere hundert Euro an Gebühren gespart. Auch der zweite Wechsel, weg von einem Broker mit ständigen Plattform-Ausfällen, war notwendig.
Ein Fehler war ein Wechsel, den ich nur gemacht habe, um 50 Cent pro Trade zu sparen. Ich habe dann sechs Wochen mit Antragsformularen und Depotübertrag verbracht, und der neue Broker hatte zwar niedrigere Gebühren, aber deutlich schlechteren Support. Nach einem halben Jahr bin ich zurückgewechselt. Gelernt: Erst wechseln, wenn der Kostenunterschied nach einem Jahr vierstellig wird, nicht zwei Euro pro Monat.
Für wen welcher Broker
Wenn du mich direkt fragst, passt LYNX für die meisten Leute, die diesen Artikel lesen. Einsteiger, Fortgeschrittene, jemand, der zwei bis zwanzig Trades pro Monat macht und einfach anfangen will, ohne sich steuerlich verrenken zu müssen.
Wer CapTrader nimmt, macht auch nichts falsch. Im Ergebnis nahezu identisch.
IBKR direkt ist sinnvoll, wenn du schon ein Jahr Erfahrung hast, dein Handelsvolumen stabil über 30 Kontrakte pro Monat liegt und du mit der Steuer-Komplexität umgehen kannst. Für den Einstieg übergeh diesen Schritt.
Tastytrade ist das Werkzeug für Leute, die Optionen als ernstes Handwerk betreiben. Mit Englisch und DIY-Steuer kein Problem, für den Einstieg aber nicht geeignet.
Die deutschen Banken (Comdirect, ING, DKB) sind für Aktien und ETFs in Ordnung, für Optionen aber nicht mehr wettbewerbsfähig. Wenn du dort dein Aktien-Depot hast, kannst du es behalten und für Optionen einfach ein zweites Depot bei LYNX eröffnen.
Was nach der Broker-Wahl kommt
Im Kurs gehen wir den kompletten Einrichtungsprozess Schritt für Schritt durch. Kontoeröffnung, Optionsberechtigung beantragen, erste Probe-Trades im Paper-Trading-Modus, dann die ersten echten Cash-Secured Puts mit kleinem Einsatz. Ein guter Broker ist das Werkzeug. Das System dahinter muss trotzdem stehen.
Wer vorher lieber redet: 20 Minuten kostenlos am Telefon.
Häufige Fragen
Brauche ich für Stillhaltergeschäfte ein Margin-Konto?
Nein. Cash-Secured Puts und Covered Calls sind gedeckte Geschäfte, bei denen du das Kapital vorher hinterlegst (Cash für Puts, Aktien für Calls). Ein einfaches Cash-Konto reicht. Margin brauchst du erst für ungedeckte Strategien, und davon rate ich Einsteigern ab.
Was ist bei LYNX die Mindesteinzahlung?
Es gibt formal keine Mindesteinzahlung mehr. Sinnvoll startest du ab etwa 3.000 Euro, weil ein einzelner Kontrakt bereits 2.000 bis 10.000 Euro binden kann.
Kann ich gleichzeitig ein ETF-Sparplan-Depot und ein Options-Depot haben?
Ja, viele machen das so. Die Neobroker für ETF-Sparpläne, LYNX oder CapTrader für Optionen. Buchhalterisch zwei Depots, aber in der Steuer problemlos kombinierbar.
Wie lange dauert die Depoteröffnung bei LYNX?
Online-Antrag dauert etwa fünfzehn Minuten, danach Verifikation per Video-Ident. Aktivierung meistens in zwei bis fünf Werktagen. Die Optionsberechtigung kann noch eine Woche länger brauchen.
Was passiert, wenn der Broker pleitegeht?
Wertpapiere werden separat vom Broker-Vermögen verwahrt. Sie gehören dir, nicht dem Broker. Cash auf dem Konto ist bis 100.000 Euro über die Einlagensicherung geschützt. Bei großen, regulierten Brokern ist das theoretische Risiko sehr gering.
Muss ich bei LYNX etwas zusätzlich für Optionen freischalten lassen?
Ja. Bei der Kontoeröffnung oder später füllst du ein Formular zu deiner Options-Erfahrung aus. Auf Basis deiner Antworten bekommst du einen Options-Level zugewiesen. Für Stillhalten brauchst du mindestens Level 2.
Wie werden Options-Gewinne in Deutschland besteuert?
Als Kapitalerträge mit Abgeltungssteuer, also 25 Prozent plus Soli, plus gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag (aktuell 1.000 Euro pro Jahr für Singles) gilt. Bei deutschen Resellern wie LYNX läuft das automatisch. Mehr dazu im Artikel Abgeltungssteuer auf Aktien.
Kann ich von meinem alten Depot zu LYNX wechseln mit bestehenden Beständen?
Ja, das nennt sich Depotübertrag. Kostet nichts, dauert zwei bis sechs Wochen. Im Kurs zeige ich die Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu.
Weiterlesen
- Was ist eine Option?
- Was ist ein Stillhaltergeschäft?
- Cash-Secured Put erklärt
- Covered Call erklärt
- Abgeltungssteuer auf Aktien
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient der Information und Bildung. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Abschluss von Brokerverträgen. Genannte Gebühren und Konditionen sind zum Zeitpunkt der Recherche erhoben worden. Prüfe vor der Kontoeröffnung die aktuellen Angaben auf der jeweiligen Broker-Webseite. Der Handel mit Optionen ist mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Erfahrungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Wortanzahl: ca. 2.300 Wörter
Schreibstil: Folgt dem aktualisierten Schreibstil-Guide (00_Planung/03_Schreibstil-Guide.md) und den Voice-Patterns aus den Stefan-Sprachnachrichten (April 2026). Seriöse Fachsprache mit subtil eingewebten Stefan-Eigenheiten. Keine umgangssprachlichen Kürzel, keine inflationären Füllwörter.
Affiliate-Link: LYNX-Link ist der echte Affiliate-Link (über financeads): https://www.lynxbroker.de/wertpapierdepot/depot-eroeffnen/?a=financeads&s_id=2035381676X80073C27712426T
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Aktualisierung: Alle 6 Monate prüfen. Gebühren und Konditionen der Broker ändern sich regelmäßig.
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3. Ggf. Screenshot der LYNX-Oberfläche (rechtlich prüfen)
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