Was ist ein Stillhaltergeschäft? Der ehrliche Leitfaden
Was ist ein Stillhaltergeschäft? Der ehrliche Leitfaden
Die meisten Anleger kaufen Aktien und hoffen, dass sie steigen. Das ist die klassische Logik und sie funktioniert langfristig. Aber sie hat eine Schwäche: Du verdienst nur, wenn der Kurs steigt.
Stillhaltergeschäfte drehen diese Logik um. Du verdienst Geld dafür, dass du wartest. Du bekommst eine Prämie, weil du bereit bist, eine Aktie zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, unabhängig davon, ob der Kurs steigt oder seitwärts läuft.
Das klingt nach Zauberei, ist es aber nicht. Es ist ein reguliertes Instrument, das institutionelle Anleger und Profi-Trader täglich nutzen. Auch für Privatanleger zugänglich, sobald sie wissen, wie.
Ich erkläre in diesem Artikel, was genau ein Stillhaltergeschäft ist, wie es funktioniert, welche beiden Haupt-Strategien es für Einsteiger gibt, welche Renditen realistisch sind und welche nicht, und welche Risiken dir kaum jemand offen nennt.
Was ein Stillhalter ist
Kurz und klar: Ein Stillhalter ist jemand, der eine Option verkauft.
Damit das einleuchtet, hier eine Option in einem Satz: Ein Vertrag, bei dem jemand dir gegen eine Prämie das Recht einräumt, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Zeit zu kaufen oder zu verkaufen.
Der Käufer dieser Option zahlt die Prämie. Er hat das Recht, aber nicht die Pflicht, das Geschäft auszuüben.
Der Verkäufer der Option kassiert die Prämie. Er hat im Gegenzug die Pflicht, das Geschäft durchzuführen, falls der Käufer es verlangt. Der Verkäufer ist der Stillhalter.
Ein Stillhaltergeschäft ist also: Du verkaufst eine Option, kassierst die Prämie sofort und verpflichtest dich für einen bestimmten Zeitraum zu einer klar definierten Handlung.
Die Mechanik anhand eines Alltagsbeispiels
Stell dir vor, du besitzt ein Auto im Wert von 20.000 Euro und möchtest es in drei Monaten verkaufen. Ein Interessent kommt vorbei und sagt: „Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es kaufe. Aber zahl mir 500 Euro, und dafür reservierst du mir das Recht, es in drei Monaten für 20.000 Euro zu kaufen.“
Du überlegst: 500 Euro, die ich auf jeden Fall bekomme, egal was passiert. Ich kann mein Auto sowieso verkaufen, falls er nicht zuschlägt. Also ja.
Drei Monate später kommt es zu einem von zwei Ergebnissen:
Wenn der Interessent das Auto abnimmt, bekommst du 20.000 Euro plus die 500, insgesamt 20.500 Euro.
Wenn er nicht abnimmt, behältst du das Auto und die 500 Euro.
In beiden Fällen hast du die 500 Euro verdient, einfach dafür, dass du bereit warst zu warten.
Genau so funktioniert ein Stillhaltergeschäft. Nur dass statt eines Autos eine Aktie oder ein Aktienpaket im Spiel ist, und statt 500 Euro eine Options-Prämie zwischen ein paar Euro und ein paar hundert Euro.
Warum das „Stillhalten“ heißt
Der Begriff kommt aus dem deutschen Finanzjargon. Während der Käufer einer Option aktiv entscheiden muss, ob er sein Recht ausübt, muss der Verkäufer einfach nur abwarten. Auf den Stichtag warten und sehen, was passiert. Daher: Stillhalter.
Im Englischen heißt es „selling options“ oder „writing options“. Der deutsche Begriff „Stillhaltergeschäft“ ist eine charmante Besonderheit, die das passive Wesen dieser Strategie gut beschreibt.
Wichtig zu verstehen: Der Stillhalter hat keine Entscheidungsgewalt. Die Entscheidung, ob das Geschäft ausgeführt wird, liegt beim Käufer der Option. Der Stillhalter hat nur die Prämie und die Verpflichtung.
Das klingt nach Nachteil, ist es aber oft nicht. Denn Käufer von Optionen verlieren statistisch in der Mehrheit Geld, während Verkäufer in der Mehrheit kleine, regelmäßige Gewinne einsammeln. Warum? Weil der Zeitwert jeder Option jeden Tag verfällt. Für den Stillhalter ist Zeit ein Verbündeter.
Die zwei Strategien, die du kennen musst
Für Einsteiger gibt es genau zwei Stillhalter-Strategien, die relevant sind. Mehr nicht. Alles, was komplexer ist, baut auf diesen beiden auf.
Strategie 1: Covered Call
Du besitzt bereits eine Aktie, oder mehrere. Du verkaufst darauf eine Call-Option zu einem Strike-Preis, der über dem aktuellen Kurs liegt. Du bekommst sofort die Prämie gutgeschrieben.
Was passieren kann:
Wenn die Aktie unter dem Strike bleibt, verfällt die Option wertlos. Du behältst die Aktie und die Prämie. Gewinn.
Wenn die Aktie über den Strike steigt, musst du deine Aktie zum Strike-Preis verkaufen. Du hast aber zu einem höheren Preis verkauft als beim Einstieg, plus die Prämie. Auch Gewinn, nur nicht mehr der komplette Aufwärtstrend.
Die Covered-Call-Strategie eignet sich für Aktien, die du langfristig hältst und bei denen du nichts dagegen hättest, sie zu einem bestimmten höheren Preis zu verkaufen. Detaillierte Anleitung im Artikel Covered Call erklärt.
Strategie 2: Cash-Secured Put
Du hast Geld auf dem Konto und möchtest eine bestimmte Aktie kaufen, aber nicht zum aktuellen Preis, sondern günstiger. Du verkaufst eine Put-Option zu einem Strike, der unter dem aktuellen Kurs liegt. Du bekommst die Prämie.
Was passieren kann:
Wenn die Aktie über dem Strike bleibt, verfällt die Option wertlos. Du bekommst die Aktie nicht, aber du behältst die Prämie. Gewinn ohne Einsatz.
Wenn die Aktie unter den Strike fällt, musst du die Aktie zum Strike kaufen. Günstiger als zum Zeitpunkt des Geschäfts, und die Prämie hast du schon kassiert. Auch Gewinn, und du bekommst die Aktie, die du sowieso haben wolltest.
Die Cash-Secured-Put-Strategie eignet sich, um eine Wunschaktie gezielt unter dem aktuellen Preis einzusammeln und in der Wartezeit Prämien zu kassieren. Details im Artikel Cash-Secured Put.
Zusammengefasst:
- Covered Call: Du hast die Aktie, willst sie höher verkaufen, kassierst Prämie im Warten.
- Cash-Secured Put: Du hast das Geld, willst die Aktie billiger kaufen, kassierst Prämie im Warten.
In beiden Fällen: Geld für Geduld.
Ein Beispiel, durchgerechnet
Damit die Zahlen greifbar werden, ein realistisches Beispiel.
Du möchtest 100 Aktien von einem fiktiven Unternehmen X kaufen. Der aktuelle Kurs liegt bei 50 Euro pro Aktie. Für 100 Aktien brauchst du also 5.000 Euro.
Du willst aber nicht zu 50 Euro kaufen. Du willst zu 45 Euro kaufen.
Anstatt zu warten und zu hoffen, dass der Kurs fällt, verkaufst du einen Cash-Secured Put mit Strike 45 Euro und einer Laufzeit von 30 Tagen. Für dieses Geschäft bekommst du 150 Euro Prämie sofort gutgeschrieben.
Du hinterlegst 4.500 Euro als Sicherheit auf dem Depot (100 × 45 Euro).
Nach 30 Tagen gibt es zwei mögliche Szenarien:
Szenario A: Der Kurs ist bei 52 Euro. Die Option verfällt wertlos, weil der Käufer seine Aktie nicht unter Marktwert verkaufen will. Du bekommst die Aktie nicht, behältst aber die 150 Euro Prämie. Die 4.500 Euro waren 30 Tage gebunden. Rendite: 150 Euro auf 4.500 Euro in 30 Tagen, das sind 3,3 Prozent pro Monat, aufs Jahr hochgerechnet theoretisch rund 40 Prozent. Realistisch sind es deutlich weniger, weil nicht jeder Trade aufgeht. Aber zur Einordnung: Es ist ein Vielfaches von Tagesgeld.
Szenario B: Der Kurs fällt auf 42 Euro. Du musst die Aktie zu 45 Euro kaufen, obwohl sie aktuell bei 42 steht. Effektiv hast du zu 45 minus Prämie gekauft: 45 bis 1,50 = 43,50 Euro pro Aktie. Das sind immer noch 1,50 Euro günstiger als am Tag deines Geschäfts. Und du hast die Aktie, die du wolltest.
Beide Szenarien enden positiv, solange du die Aktie überhaupt haben wolltest.
Der einzige wirklich schlechte Fall: Die Aktie fällt sehr viel tiefer als der Strike, und du sitzt auf einer Position, die weiter verliert. Darum kommt im nächsten Abschnitt der wichtigste Teil: die Risiken.
Welche Rendite realistisch ist
Hier wird viel geschwindelt. Im Internet kursieren Versprechen von 30 Prozent pro Monat. Das ist Quatsch. Dauerhaft nicht haltbar, meistens Marketing, manchmal schlicht betrügerisch.
Realistische Erwartung für diszipliniertes Stillhalten:
- Monatliche Prämieneinnahmen zwischen etwa ein und drei Prozent auf das gebundene Kapital
- Nicht jeder Trade geht auf, Verluste gehören dazu
- Jahresrendite eines gut geführten Stillhalter-Depots: realistisch zehn bis zwanzig Prozent, bei höherem Risikoeinsatz auch mehr, dann aber mit deutlich höherer Schwankung
Das ist mehr als ein Weltindex, aber mit mehr Arbeit und Risiko. Kein passives Wunder. Eine Strategie, die Zeit, Aufmerksamkeit und Lernphase kostet.
Was du auf keinen Fall glauben solltest:
- „Fünf Prozent pro Monat garantiert“ gibt es nicht
- „Fast ohne Risiko“ gibt es nicht
- „Auch mit 500 Euro möglich“ technisch ja, aber die Gebühren fressen dich auf. Sinnvoll wird es ab etwa 5.000 Euro Startkapital.
Ein vertiefender Artikel zur Rendite: Welche Rendite ist mit Stillhaltern realistisch?
Die Risiken, die dir kaum jemand offen nennt
Jede Strategie, die Geld einbringt, hat Risiko. Wer etwas anderes behauptet, verkauft dir etwas.
Der Kurs fällt deutlich unter den Strike (beim Cash-Secured Put). Du musst die Aktie zu einem Preis kaufen, der über dem aktuellen Marktpreis liegt. Das ist kein Totalverlust, du hast die Aktie als Gegenwert, aber ein Buchverlust, den du aushalten musst.
Die Aktie steigt stark über den Strike (beim Covered Call). Du musst verkaufen und verpasst den weiteren Aufwärtstrend. Kein echter Verlust, aber ein entgangener Gewinn, der frustrierend sein kann.
Psychologisches Risiko. Wer monatelang erfolgreich Prämien einsammelt, wird leichtsinnig. Größere Positionen, höhere Risiken, schlechter Strike. Die Rechnung kommt, wenn der Markt sich dreht.
Systemrisiko. Bei extremen Marktbewegungen (Black-Swan-Ereignisse) können Stillhalter-Positionen auf einen Schlag große Verluste erzeugen. 2020 zu Beginn der Corona-Krise haben viele Stillhalter in zwei Wochen verloren, was sie in zwei Jahren verdient hatten.
Margin-Risiko bei ungedeckten Positionen. Wenn du mit gehebelten oder ungedeckten Optionen arbeitest (ungedeckte Calls etc.), können Verluste das eingesetzte Kapital übersteigen. Das ist nichts für Einsteiger. Bleib ausschließlich bei den zwei gedeckten Strategien aus dem vorherigen Abschnitt, bis du sicher bist.
Systematisches Risikomanagement ist kein Nebenthema. Es ist die Grundlage, ohne die Stillhaltergeschäfte gefährlich werden.
Was du zum Starten brauchst
Kapital. Mit weniger als 5.000 Euro wird es schwierig, sinnvoll zu stillhalten, weil eine Optionskontraktgröße in der Regel 100 Aktien umfasst. Eine Aktie, die 30 Euro kostet, bindet dich bei einem Kontrakt an 3.000 Euro Kapital. Zwei bis drei parallele Positionen zur Streuung brauchen also mindestens 5.000, besser 10.000 Euro.
Broker. Nicht jeder Broker erlaubt Optionshandel. Die günstigen Neobroker bieten oft nur ETFs und Aktien. Für Optionen brauchst du einen Broker mit Zugang zu den US-Optionsbörsen und einer vernünftigen Gebührenstruktur. Die Auswahl habe ich im Artikel Welcher Broker für Optionshandel im Detail behandelt.
Wissen. Du brauchst ein Grundverständnis für:
- Wie Optionen funktionieren (Call, Put, Strike, Laufzeit, Prämie), siehe Was ist eine Option?
- Wie man Aktien auswählt, die sich für Stillhalter-Geschäfte eignen
- Wie man die richtige Laufzeit und den richtigen Strike wählt
- Wie man Verluste systematisch begrenzt
Ohne dieses Wissen ist Stillhalten Glücksspiel mit Formular.
Der erste Trade in der Praxis
Wenn du die Voraussetzungen hast, hier der praktische Ablauf.
Aktie aussuchen. Keine Fantasie-Aktie. Ein etabliertes Unternehmen, das du auch wirklich besitzen wollen würdest. Blue-Chip-Aktien aus den USA eignen sich am besten, weil sie hohe Liquidität und enge Spreads bei Optionen haben.
Strategie wählen.
Du besitzt die Aktie schon? Covered Call.
Du hast Geld und willst die Aktie günstiger? Cash-Secured Put.
Strike und Laufzeit wählen. Standard-Startpunkt:
- Cash-Secured Put: Strike etwa 5 bis 10 Prozent unter dem aktuellen Kurs, Laufzeit 30 bis 45 Tage
- Covered Call: Strike etwa 5 bis 10 Prozent über dem aktuellen Kurs, Laufzeit 30 bis 45 Tage
Das ist keine Formel für Maximalgewinn, sondern für ein ausgewogenes Verhältnis aus Prämie, Wahrscheinlichkeit und Risiko.
Prämie prüfen. Schau dir an, wie viel Prämie du für deinen Strike bekommst. Faustregel: Wenn es weniger als 0,3 Prozent des gebundenen Kapitals in 30 Tagen sind, lohnt es sich nicht. Gebühren fressen das auf.
Trade ausführen. Verkaufsauftrag für die Option platzieren. Prämie wird sofort auf deinem Konto gutgeschrieben.
Abwarten. Wirklich. Nicht ständig nachgucken. Nicht panisch reagieren. Der Trade läuft, bis er läuft.
Am Laufzeitende entscheiden. Je nach Ergebnis: Aktie kaufen, Aktie verkaufen, Position erneuern oder schließen. Die Entscheidung hängt von deiner Strategie und dem Marktumfeld ab. Genau an diesem Punkt wird ein strukturierter Lernweg sinnvoll.
Die häufigsten Fehler
Aus hunderten Gesprächen mit Einsteigern:
Zu gierig beim Strike. Wer den Strike zu nah am Marktpreis setzt, bekommt hohe Prämie, hat aber fast sicher die Ausübung. Wer zu weit weg setzt, bekommt kaum Prämie. Die fünf-bis-zehn-Prozent-Faustregel ist nicht zufällig gewählt.
Stillhalter auf Aktien, die man nicht haben will. Du bist Stillhalter einer Put auf eine schwankungsanfällige Hype-Aktie. Prämie hoch, Risiko hoch. Die Aktie fällt 30 Prozent, du sitzt auf einer Position, die du nie wolltest. Lektion: Nur auf Aktien stillhalten, die du auch zum normalen Preis gekauft hättest.
Zu viel Kapital in einem Trade. 100 Prozent des verfügbaren Kapitals in einer einzigen Put-Position. Wenn die schiefgeht, ist alles gebunden. Regel: Maximal 20 bis 30 Prozent in einem Einzeltrade.
Nachjustieren aus Angst. Der Kurs bewegt sich, und du machst hektische Anpassungen. Rolling, Teilschließen, Strike ändern. Am Ende zahlst du drauf. Einsteiger sollten Trades laufen lassen, wie geplant, und aus jedem Durchlauf lernen.
Unterschätzung der Lernkurve. Stillhaltergeschäfte sind kein Plug-and-Play. Die ersten drei Monate sind Lehrgeld, bei einigen auch echtes Minus. Wer denkt, nach drei Videos ist er Profi, verliert.
Für wen Stillhalten passt und für wen nicht
Ehrlich gesagt: nicht für jeden.
Stillhaltergeschäfte passen zu dir, wenn:
- Du grundsätzlich Aktien verstehst und ein paar Jahre Aktien-Erfahrung hast
- Du bereit bist, regelmäßig eine Stunde pro Woche in die Position zu stecken
- Du mindestens 5.000 Euro Kapital mitbringst, das du nicht kurzfristig brauchst
- Du mit Kursschwankungen umgehen kannst, ohne in Panik zu verfallen
- Du bereit bist, eine Lernkurve von drei bis sechs Monaten anzugehen
Stillhaltergeschäfte passen nicht zu dir, wenn:
- Du gerade erst anfängst zu investieren (dann baue erst die Basis auf, siehe Investieren lernen)
- Du schnelles Geld willst (das gibt es hier nicht)
- Du emotional nicht stabil bist bei Buchverlusten
- Du das eingesetzte Kapital in den nächsten zwölf Monaten brauchst
Wenn du unsicher bist, ob es zu dir passt: ein kostenloses 20-Min-Erstgespräch bringt Klarheit. Ich sage dir ehrlich, wenn der Kurs (oder das ganze Thema) nicht passt.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Stillhaltergeschäft riskant?
Ja, jede Investition an der Börse ist mit Risiko verbunden. Die gedeckten Strategien (Covered Call, Cash-Secured Put) sind aber deutlich weniger riskant als ungedeckte Optionsverkäufe oder Hebelprodukte. Das Risiko entspricht ungefähr dem, die jeweilige Aktie zu halten, nur mit zusätzlicher Prämie obendrauf.
Wie viel verdient man mit Stillhaltergeschäften?
Realistisch zehn bis zwanzig Prozent Jahresrendite auf das gebundene Kapital bei diszipliniertem Vorgehen. Schlechte Monate gehören dazu. Wer schnelles Geld sucht, ist hier falsch.
Wie lange läuft ein typischer Trade?
Standard-Laufzeiten sind 30 bis 45 Tage. Kürzere Laufzeiten (7 bis 14 Tage) sind möglich, erfordern aber mehr Aufmerksamkeit. Längere (90+ Tage) binden Kapital ohne proportional mehr Prämie.
Brauche ich spezielle Software?
Nein. Ein guter Broker mit ordentlicher Optionskette reicht. TradingView oder ähnliche Tools sind hilfreich, aber kein Muss.
Kann ich Stillhaltergeschäfte auf ETFs machen?
Ja, auf große ETFs wie den SPY (S&P 500 ETF) gibt es sehr liquide Optionsmärkte. Für Einsteiger oft sogar besser geeignet als Einzelaktien, weil die Schwankungen moderater sind.
Wie werden Stillhalter-Prämien in Deutschland besteuert?
Als Kapitalerträge nach Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Soli). Details zur Besteuerung im Artikel Abgeltungssteuer auf Aktien. Bei größeren Volumen ist ein Steuerberater sinnvoll.
Kann ich Stillhaltergeschäfte auch in einem deutschen Depot machen?
Ja, einige deutsche Broker bieten Optionshandel an. Die meisten erfahrenen Stillhalter arbeiten aber mit IBKR-basierten Brokern wie LYNX oder CapTrader, weil dort die Optionsmärkte liquider und die Gebühren niedriger sind.
Was passiert, wenn der Markt crasht?
Bei einem schnellen, starken Kursrückgang können Cash-Secured Puts ausgeübt werden, du bekommst die Aktie. Covered Calls behalten ihre Prämie. Der kritische Punkt ist die Positionsgröße: Wer zu groß fährt, kann in einem Crash überproportional verlieren.
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- Covered Call erklärt, monatliche Prämien auf eigene Aktien
- Cash-Secured Put erklärt
- Welche Rendite ist mit Stillhaltern realistisch?
- Risikomanagement an der Börse
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Optionen und Stillhaltergeschäften ist mit erheblichen Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für zukünftige. Triff Entscheidungen eigenverantwortlich oder lass dich von einem zugelassenen Finanzberater beraten.
Wortanzahl: ca. 2.900 Wörter
Schreibstil: Aktualisiert auf kalibrierte Voice. Keine numerierten Kapitel, keine „In drei Sätzen“-Zusammenfassung, keine Lesezeit-Angabe. Stefan-Patterns subtil eingewoben, aber seriöser Ton.
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1. Hero-Bild (ruhig, minimalistisch)
2. Grafik „Käufer vs. Verkäufer“ (Pfeildiagramm Prämie/Verpflichtung)
3. Diagramm der zwei Strategien (CC + CSP nebeneinander)
4. Tabelle der Szenarien bei CSP-Beispiel
